Brandschutztore · Ratgeber

Was die Klassen für Ihr Gebäude bedeuten

Wenn von einem Brandschutztor die Rede ist, tauchen schnell Kürzel wie T30 und T90 auf, und dahinter steht eine klare Aussage darüber, wie lange ein Feuerschutzabschluss einem Brand standhalten soll, weshalb es sich lohnt, diese Feuerwiderstandsklassen zu verstehen, bevor Sie ein Tor für Ihr Gebäude auswählen oder ersetzen.

BrandschutztoreLesezeit ca. 6 Min.

Das Wichtigste in Kürze

  • T30 und T90 geben an, wie lange ein Feuerschutzabschluss dem Feuer widerstehen soll, nämlich 30 oder 90 Minuten.
  • Die europäische Kennzeichnung EI2 30 und EI2 90 nach EN 16034 beschreibt Raumabschluss und Wärmedämmung.
  • Welche Klasse nötig ist, legt das Brandschutzkonzept auf Grundlage der Bauordnung fest, nicht der Betreiber selbst.
  • Ein Feuerschutzabschluss wirkt nur mit passendem Einbau, Zulassung und regelmäßiger Prüfung wie vorgesehen.

Was die Klassen für Ihr Gebäude bedeuten

Die Klassen T30 und T90 gehören zu den bekanntesten Kürzeln im baulichen Brandschutz. Die Zahl gibt die Feuerwiderstandsdauer in Minuten an, also 30 oder 90 Minuten. In dieser Zeit soll der Feuerschutzabschluss das Feuer aufhalten und verhindern, dass es von einem Bereich in den nächsten übergreift. Das verschafft Menschen Zeit zur Flucht und der Feuerwehr Zeit zum Löschen. Welche Klasse an einer bestimmten Stelle nötig ist, ergibt sich aus den Anforderungen an das Gebäude und wird nicht willkürlich gewählt. Genau darin liegt der eigentliche Zweck eines Feuerschutzabschlusses, der oft unscheinbar wirkt, im Ernstfall aber Leben schützt.

Feuerschutzabschlüsse sind dabei ein Baustein von mehreren. Sie schließen Öffnungen in Wänden, die Brandabschnitte voneinander trennen, und ergänzen damit die feuerbeständigen Bauteile ringsum. Nur im Zusammenspiel entsteht der gewünschte Schutz, denn eine feuerbeständige Wand nützt wenig, wenn die Öffnung darin nicht ebenso lange standhält. Deshalb wird für jede Öffnung genau festgelegt, welche Widerstandsdauer der Abschluss an dieser Stelle erreichen muss. Ein Tor mit geringerer Klasse als gefordert wäre in diesem Zusammenhang eine Schwachstelle, durch die sich Feuer und Rauch trotz aller übrigen Vorkehrungen ausbreiten könnten.

T30 und T90 im Überblick

Ein T30-Abschluss ist ein feuerhemmender Abschluss, der dem Feuer mindestens 30 Minuten standhält. Ein T90-Abschluss ist feuerbeständig und hält mindestens 90 Minuten. Beide werden dort eingesetzt, wo Brandabschnitte voneinander getrennt werden müssen, etwa zwischen einer Halle und einem Treppenraum oder zwischen einer Tiefgarage und den darüberliegenden Geschossen. Welche Dauer gefordert ist, hängt von der Art des Gebäudes, seiner Größe und Nutzung ab und wird im Brandschutzkonzept festgelegt. In Wohngebäuden gelten andere Maßstäbe als in Industrie- und Versammlungsstätten, weshalb sich die geforderte Klasse nicht pauschal, sondern nur für das jeweilige Objekt bestimmen lässt.

T30 feuerhemmend

Hält dem Feuer mindestens 30 Minuten stand und trennt Bereiche mit geringerer Anforderung.

T90 feuerbeständig

Widersteht dem Feuer mindestens 90 Minuten und kommt bei höheren Anforderungen zum Einsatz.

EI2 nach EN 16034

Europäische Kennzeichnung, die Raumabschluss und begrenzte Wärmeübertragung des Abschlusses beschreibt.

Die europäische Kennzeichnung EI2

Fachgerechte Brandschutztore von TP Torbau im Raum Ludwigsburg und Stuttgart.
Fachgerechte Brandschutztore von TP Torbau im Raum Ludwigsburg und Stuttgart.

Neben den vertrauten Kürzeln T30 und T90 finden Sie zunehmend die europäische Kennzeichnung nach EN 16034. Dort stehen Angaben wie EI2 30 oder EI2 90. Der Buchstabe E steht für den Raumabschluss, also die Fähigkeit, Flammen und heiße Gase zurückzuhalten. Das I steht für die Begrenzung der Wärmeübertragung auf die feuerabgewandte Seite. Die Zahl nennt wieder die Dauer in Minuten. So beschreibt die europäische Klasse etwas genauer, was der Abschluss im Brandfall leistet. In der Praxis begegnen Ihnen beide Systeme nebeneinander, weshalb es hilfreich ist, die vertrauten Kürzel und die europäischen Angaben einordnen zu können.

Wer die erforderliche Klasse festlegt

Die nötige Feuerwiderstandsklasse legen nicht Sie als Betreiber fest, sondern sie ergibt sich aus der Landesbauordnung und dem Brandschutzkonzept für Ihr Gebäude. Fachplaner und die zuständige Behörde bestimmen, an welcher Stelle welcher Abschluss erforderlich ist. Deshalb sollten Sie ein Brandschutztor nie nach eigenem Ermessen austauschen oder herabstufen. Bei Umbauten oder einem Ersatz gilt es, die geforderte Klasse einzuhalten und die passende, bauaufsichtlich verwendbare Ausführung zu wählen. Im Zweifel lohnt sich der Blick in die Bestandsunterlagen oder die Rücksprache mit dem Fachplaner, damit die neue Lösung die Anforderungen sicher erfüllt.

Brandschutz ist ein sensibles Thema, bei dem die geforderte Klasse und der fachgerechte Einbau entscheidend sind. Die TP Torbau GmbH aus Pleidelsheim berät Sie herstellerübergreifend im Raum Ludwigsburg und Stuttgart und ist unter 07144 281012 erreichbar.

Einbau, Zulassung und Kennzeichnung

Ein Feuerschutzabschluss wirkt nur, wenn er zugelassen, richtig ausgewählt und fachgerecht eingebaut ist. Zu jedem Abschluss gehören ein Verwendbarkeitsnachweis und eine Einbauanleitung, die genau einzuhalten sind. Wird ein T90-Tor in eine ungeeignete Wand gesetzt oder werden Bauteile verändert, kann die geforderte Widerstandsdauer nicht mehr gewährleistet werden. Achten Sie deshalb auf ein fest angebrachtes Kennzeichnungsschild und darauf, dass Montage und Nachweise zusammenpassen. Ein sauber dokumentierter Einbau ist zugleich die Grundlage dafür, dass Sie die Schutzwirkung später bei Prüfungen und im Schadensfall belegen können.

Prüfung und dauerhafter Erhalt der Schutzwirkung

Auch das beste Brandschutztor behält seine Wirkung nur, wenn es funktionsfähig bleibt. Selbstschließende Abschlüsse müssen sicher in den Rahmen fallen, Dichtungen intakt sein und bewegliche Teile leichtgängig laufen. Als Betreiber sind Sie verpflichtet, den Abschluss regelmäßig prüfen und warten zu lassen. So bleibt über die gesamte Nutzungsdauer gesichert, dass ein T30- oder T90-Tor im Ernstfall genau die Zeit hält, die für Ihr Gebäude vorgesehen ist. Als Betreiber sollten Sie die Prüfungen deshalb fest einplanen und dokumentieren, damit die Schutzwirkung nicht unbemerkt verloren geht.

Häufige Fragen

Was bedeuten die Zahlen bei T30 und T90
Die Zahl gibt die Feuerwiderstandsdauer in Minuten an. Ein T30-Abschluss hält dem Feuer mindestens 30 Minuten stand, ein T90-Abschluss mindestens 90 Minuten. In dieser Zeit soll das Tor verhindern, dass sich ein Brand in den nächsten Bereich ausbreitet. So gewinnen Menschen Zeit zur Flucht und die Feuerwehr Zeit für den Löschangriff. Welche Klasse gefordert ist, gibt das Brandschutzkonzept vor.
Worin unterscheiden sich T30 und EI2 30
T30 ist die vertraute nationale Bezeichnung, EI2 30 die europäische Kennzeichnung nach EN 16034. E steht für den Raumabschluss, I für die begrenzte Wärmeübertragung. Beide beschreiben eine Dauer von 30 Minuten, die europäische Angabe etwas differenzierter. In der Praxis begegnen Ihnen beide Bezeichnungen, häufig auch gemeinsam. Wichtig ist, dass die gewählte Ausführung die für Ihr Gebäude geforderte Klasse tatsächlich erfüllt.
Kann ich selbst entscheiden, welche Klasse ich brauche
Nein. Die erforderliche Klasse ergibt sich aus der Bauordnung und dem Brandschutzkonzept für Ihr Gebäude. Fachplaner und Behörde legen fest, wo welcher Abschluss nötig ist. Ein eigenmächtiger Austausch oder eine Herabstufung ist nicht zulässig und kann die Schutzwirkung des gesamten Konzepts gefährden. Halten Sie bei einem Ersatz deshalb immer die vorhandene Klasse ein.
Reicht der Kauf eines Brandschutztors aus
Nein, entscheidend sind auch Auswahl, Einbau und Erhalt. Der Abschluss braucht einen Verwendbarkeitsnachweis und muss fachgerecht in eine geeignete Wand eingebaut werden. Zudem sind Sie als Betreiber verpflichtet, ihn regelmäßig prüfen und warten zu lassen. Nur so bleibt sichergestellt, dass der Abschluss im Ernstfall die vorgesehene Zeit standhält. Kauf, Einbau und Erhalt gehören also untrennbar zusammen.

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