Brandschutztüren · Ratgeber

Warum Feuerschutz nicht automatisch Rauchschutz bedeutet

Viele Gebäudebetreiber gehen davon aus, dass eine Feuerschutztür automatisch auch den gefährlichen Brandrauch zurückhält, doch Feuerwiderstand und Rauchdichtheit sind zwei getrennte Eigenschaften, weshalb dieser Ratgeber erklärt, worin der Unterschied liegt, woran Sie eine Rauchschutztür erkennen und wann im Raum Ludwigsburg zusätzlich zum Feuerschutz ein wirksamer Rauchschutz gefordert sein kann.

BrandschutztürenLesezeit ca. 5 Min.

Das Wichtigste in Kürze

  • Feuerwiderstand und Rauchdichtheit sind zwei verschiedene Eigenschaften und nicht dasselbe.
  • Eine Feuerschutztür hält Flammen zurück, dichtet aber nicht zwingend gegen kalten Rauch ab.
  • Rauchschutztüren tragen das Kürzel RS und begrenzen die Ausbreitung von gefährlichem Brandrauch.
  • Ob Sie beide Funktionen brauchen, ergibt sich aus Ihrem Brandschutzkonzept und der Behörde.

Feuerschutz und Rauchschutz sind nicht dasselbe

Ein Feuerschutzabschluss ist dafür ausgelegt, dem Feuer über eine bestimmte Zeit standzuhalten und die Ausbreitung von Flammen und Hitze zu behindern. Das sagt jedoch noch nichts darüber aus, wie gut die Tür den Rauch zurückhält. Gerade der Brandrauch ist im Ernstfall besonders gefährlich, weil er sich schnell ausbreitet, die Sicht nimmt und die Atemwege bedroht. Feuerwiderstand und Rauchdichtheit werden deshalb getrennt betrachtet und getrennt nachgewiesen, auch wenn beide Eigenschaften in einem Bauteil zusammenkommen können.

Was Brandrauch so gefährlich macht

Man spricht bei Rauch auch von kaltem Rauch, weil er sich schon ausbreiten kann, bevor große Hitze entsteht. Eine Tür, die dem Feuer lange standhält, muss diesen kalten Rauch nicht zwangsläufig aufhalten. Genau deshalb reicht es nicht, allein auf die Feuerwiderstandsklasse zu schauen, wenn es um den Schutz von Personen auf dem Weg nach draußen geht. Rauchfreie Flucht- und Rettungswege sind im Ernstfall oft entscheidend dafür, dass Menschen sicher ins Freie gelangen.

Woran Sie eine Rauchschutztür erkennen

Rauchschutztüren werden mit dem Kürzel RS gekennzeichnet und sind darauf ausgelegt, den Durchtritt von Rauch zu begrenzen. Erreicht wird das unter anderem durch umlaufende Dichtungen und einen selbstschließenden Beschlag, der die Tür zuverlässig ins Schloss zieht. Ob eine Tür zusätzlich zum Feuerwiderstand auch rauchdicht ausgeführt ist, entnehmen Sie den Produktunterlagen und der Kennzeichnung. Verlassen Sie sich hier nicht auf das äußere Erscheinungsbild, denn eine massive Tür ist nicht automatisch rauchdicht.

Wichtig ist außerdem der bestimmungsgemäße Betrieb im Alltag, denn eine rauchdichte Tür kann ihre Wirkung nur entfalten, wenn sie tatsächlich geschlossen ist. Wird sie mit Keilen dauerhaft offengehalten oder ist die umlaufende Dichtung beschädigt, geht der Rauchschutz verloren. Achten Sie deshalb darauf, dass selbstschließende Türen frei schließen können, nicht blockiert werden und die Dichtungen unversehrt bleiben, denn schon kleine Nachlässigkeiten im Alltag können die Schutzwirkung im Ernstfall spürbar mindern.

Feuerschutz

Hält Flammen und Hitze über eine geprüfte Zeitspanne zurück und wird als Feuerschutzabschluss etwa mit T30 oder T90 beschrieben.

Rauchschutz

Begrenzt den Durchtritt von Brandrauch, wird mit dem Kürzel RS gekennzeichnet und schützt Flucht- und Rettungswege vor Verrauchung.

Kombination möglich

An vielen Öffnungen sind beide Eigenschaften gefragt, sodass eine Tür sowohl den Feuerwiderstand als auch die Rauchdichtheit nachweisen muss.

Fachgerechte Brandschutztüren von TP Torbau im Raum Ludwigsburg und Stuttgart.
Fachgerechte Brandschutztüren von TP Torbau im Raum Ludwigsburg und Stuttgart.

Wann zusätzlicher Rauchschutz gefordert ist

Ob eine reine Feuerschutztür ausreicht oder ob zusätzlich Rauchschutz verlangt wird, ergibt sich nicht aus dem Bauchgefühl, sondern aus dem Brandschutzkonzept und den geltenden Vorschriften. Besonders an Flucht- und Rettungswegen spielt der Schutz vor Verrauchung eine große Rolle, weil Menschen den Weg ins Freie auch dann finden müssen, wenn es bereits brennt. Welche Anforderung für eine bestimmte Öffnung gilt, legt die zuständige Stelle auf Grundlage der Nutzung fest.

Verändern Sie eine bestehende Situation nicht ohne fachliche Grundlage, etwa indem Sie eine rauchdichte Tür einfach gegen ein günstigeres Modell tauschen. Was auf den ersten Blick gleich aussieht, kann sich in den nachgewiesenen Eigenschaften deutlich unterscheiden. Klären Sie im Zweifel mit der zuständigen Stelle, welche Funktionen an der jeweiligen Öffnung wirklich verlangt werden und was Ihr Konzept vorsieht, bevor Sie eine Veränderung vornehmen.

Halten Sie selbstschließende Feuer- und Rauchschutztüren niemals eigenmächtig mit Keilen oder Haken offen. Ist ein dauerhaftes Offenstehen im Alltag nötig, ist eine zugelassene Feststellanlage der richtige Weg, die im Brandfall selbsttätig schließt.

Herstellerübergreifende Beratung im Raum Ludwigsburg

Als herstellerübergreifender Betrieb in Pleidelsheim helfen wir Ihnen dabei, die Anforderungen aus Ihren Unterlagen richtig zu deuten und die passende Tür auszuwählen. Wir sind an keine einzige Marke gebunden und können deshalb für unterschiedliche Situationen im Raum Ludwigsburg und Stuttgart eine geeignete Lösung finden. Sprechen Sie uns an, wenn Sie klären möchten, ob Ihre vorhandenen Türen sowohl den Feuerschutz als auch den geforderten Rauchschutz erfüllen. Auf Wunsch übernehmen wir das Aufmaß direkt vor Ort.

Bevor wir eine Empfehlung aussprechen, betrachten wir Ihre Türen im Zusammenhang mit dem Brandschutzkonzept und der tatsächlichen Nutzung. Erst dann zeigt sich, ob an einer Öffnung ein reiner Feuerschutz genügt oder ob zusätzlich der Rauchschutz gefragt ist. So vermeiden Sie sowohl unnötigen Aufwand als auch gefährliche Lücken. Wir erläutern Ihnen verständlich, was die Kennzeichnung Ihrer Türen aussagt, worauf Sie im täglichen Betrieb achten sollten und wie Sie selbstschließende Türen und Dichtungen dauerhaft funktionsfähig halten, damit Feuer- und Rauchschutz im Ernstfall verlässlich und ohne vermeidbare Schwachstellen zusammenwirken.

  • Die Angabe, ob nur Feuerschutz oder auch Rauchschutz gefordert ist
  • Den Zustand der umlaufenden Dichtungen und des selbstschließenden Beschlags
  • Die Frage, ob die Tür im Alltag frei schließen kann
  • Die vorhandenen Produktunterlagen und die Kennzeichnung der Tür

Häufige Fragen

Reicht eine Feuerschutztür aus, um Rauch zurückzuhalten?
Nicht zwingend. Feuerwiderstand und Rauchdichtheit sind getrennte Eigenschaften. Eine Feuerschutztür hält Flammen und Hitze über eine geprüfte Zeit zurück, dichtet aber nicht in jedem Fall gegen kalten Rauch ab. Ob zusätzlich ein Rauchschutz gefordert ist, ergibt sich aus Ihrem Brandschutzkonzept und den Angaben der zuständigen Stelle.
Woran erkenne ich eine Rauchschutztür?
Rauchschutztüren tragen das Kürzel RS und verfügen über umlaufende Dichtungen sowie einen selbstschließenden Beschlag. Ob eine Tür rauchdicht ausgeführt ist, steht in den Produktunterlagen und auf der Kennzeichnung. Verlassen Sie sich nicht auf das Aussehen, denn eine schwere Tür ist nicht automatisch rauchdicht.
Darf ich eine selbstschließende Tür offen halten?
Eigenmächtig mit Keilen oder Haken sollten Sie das nicht tun, denn eine offen stehende Tür bietet weder Feuer- noch Rauchschutz. Wenn im Alltag ein dauerhaftes Offenstehen nötig ist, ist eine zugelassene Feststellanlage der richtige Weg. Sie hält die Tür kontrolliert offen und lässt sie im Brandfall selbsttätig schließen.
Wer legt fest, ob ich Feuer- oder Rauchschutz brauche?
Das entscheiden nicht Sie allein, sondern das Brandschutzkonzept, die Bauordnung und die zuständige Behörde. Maßgeblich sind die Nutzung des Raumes und die Lage der Tür, etwa an einem Flucht- und Rettungsweg. Als herstellerübergreifender Betrieb helfen wir Ihnen, diese Vorgaben umzusetzen und die passende Tür zu finden.

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